Komplizierter Spaß 🙈😃- Warum Herausforderungen uns glücklich machen sollten?!☝🏼


Ein seltsamer Titel, oder?
Immerhin sind das zwei Begriffe, die normalerweise nicht wirklich zusammen passen. Denn kompliziert oder schwierig sollte Spaß nicht sein. Spaß hat etwas Leichtes, Losgelassenes und Sorgenfreies.
Wer hat nicht gerne Spaß?
Wir Menschen sind darauf gepolt, Probleme klein zu halten oder sie möglichst weit zu umgehen. Wir streben unsere Ziele in Perfektion an und versuchen Störfaktoren auszulöschen. Alles, was einwandfrei, leicht und unkompliziert ist, ist gut, alles andere schlecht.
Dass aber der Weg das eigentliche Ziel sein sollte und nicht das perfekte Endziel, das sehen nur die wenigsten.
Wie langweilig wäre das Leben, wenn wir alles könnten, alles wüssten und nie Probleme auftreten?
Was ist also schlecht an Schwierigkeiten?
Dass wir nicht wissen, ob wir sie unbeschadet überwinden?
Gibt es irgendjemanden auf der Welt, der hinterher nicht schlauer ist als vorher?

Probleme bedeuten Herausforderung, zwingen uns mitzudenken und zeigen neue Wege auf. Es muss also gar nicht immer alles einwandfrei laufen, das wäre zu eintönig.
Das Erste, was verschwinden würde ohne Herausforderungen, wäre unsere Motivation. Auf Dauer würden wir vor Langeweile sterben ohne Hindernisse in unserem Leben!
Stolz lässt sich nicht verbergen - wir freuen uns auch über kleine Fortschritte.
Stolz lässt sich nicht verbergen - wir freuen uns auch über kleine Fortschritte.

Kennen wir nicht alle dieses grandiose Gefühl, wenn wir etwas geschafft haben, wofür wir uns überwinden mussten? Dieser Stolz und diese innere Freude, die wir dann unbedingt nach außen tragen wollen.
Wenn wir also anfangen, uns mit den Wegen zum Ziel näher zu beschäftigen, fördern wir nicht nur die Motivation und das aktive Suchen nach Problemlösungen, wir senken auch das allgemeine Frustrationslevel.

Diese Fakten beschreiben nicht nur unsere menschliche Situation - sie beschreiben insbesondere auch die unserer Pferde!
Im Zusammensein mit den Pferden schauen wir oft zu unseren Vorbildern und Trainern hoch, bewundern sie und ihre tollen Pferde, die traumhaft schön in hohen Lektionen über den Reitplatz schweben (ob reitend oder vom Boden) und alles dabei noch so leicht und unbeschwert aussieht.
Natürlich steckt dahinter sehr viel Disziplin, Arbeit und Erfahrung, das darf nicht in Frage gestellt werden.
Aber wenn ich zum Beispiel einem Pferd, das panische Angst vor Wasser hat, mit Vertrauen und Vernunft diese nehmen konnte und wir Wochen oder Monate später entspannt durch eine Wasserstelle reiten, kann ich genauso stolz sein wie ein piaffierender Reitmeister, denn ich habe mich einem Problem gestellt und erfolgreich daran gearbeitet.

Zunächst dachte Malik es sei unmöglich, das kühle Nass zu betreten.
Zunächst dachte Malik es sei unmöglich, das kühle Nass zu betreten.
Doch mit ein wenig Geduld & Spucke haben wir diese Hürde gemeinsam gemeistert.
Doch mit ein wenig Geduld & Spucke haben wir diese Hürde gemeinsam gemeistert.

Meine Freude über kleine erreichte Teilziele auf dem Weg zum Ziel ist ehrlich und wertvoll für die Partnerschaft zu meinem Pferd.
Aus neurophysiologischer Sicht werden unsere Pferde sogar "schlauer", während sie Probleme lösen. Das liegt darin begründet, dass vermehrtes, repetitives und strukturiertes Problemlösen den Aufbau neuer Nervenverbindungen (sogenannter Synapsen) fördert. Sie werden kreativer und selbstbewusster in ihrem Handeln.
Wer von uns hat nicht gerne ein besonders intelligentes Pferd?!

Aus Sicht des Pferdes ist die Konfrontation mit Problemen, Ängsten oder Unbekanntem im Grunde etwas ganz Natürliches. In der freien Wildbahn werden Pferde auf der Suche nach Futter, Wasser oder Schutz täglich mit ungewohnten, neuen und teils schwierigen Situationen konfrontiert, bei denen sie aktiv nach Lösungen suchen müssen, um sich und den Rest der Herde nicht in Gefahr zu bringen.
Dabei sorgt der vertraute Zusammenhalt der Herde für Sicherheit und Stärke. Gemeinsam sind sie stark.
Diese natürliche Gegebenheit sollten wir Menschen uns viel mehr zu Nutze machen, um unsere Verbindung zu unseren Pferden stärken.
Wir alle streben immer nach einer möglichst innigen Beziehung basierend auf Vertrauen, Respekt & feiner Kommunikation. Wir wollen eins sein mit dem Pferd.
Aber wie erreiche ich diese Harmonie? Wie kann ich es schaffen, dass mein Pferd seine Ängste für mich überwindet und sich mir anvertraut?
Die einfachste Möglichkeit ist es, sich gemeinsam mit seinem Pferd einem Problem zu stellen und das am besten so oft wie möglich!


Welches Problem, fragen vielleicht einige?
Ich bin sicher, dass jeder irgendein Problem finden oder kreiieren kann.
Dies kann sowohl die Konfrontation mit einem Alltagsgegenstand wie einer Sprühflasche, einem Regenschirm oder einer Plastikplane, als auch ein natürliches Schreckgespenst wie eine Pfütze oder ein Schatten sein.
Wichtig ist, dass ihr die Herausforderung gemeinsam angeht, bereits kleine Schritte in die richtige Richtung lobt und auch eurem Pferd die Chance gebt, Schwierigkeiten für und mit euch zu lösen.

Auf Bänken kann man nicht nur sitzen.
Wir erkunden auch im Gelände alles, was uns in die Quere kommt.
Pferde sind Fluchttiere, das wissen wir alle.
Die ersten Stimmen werden also sagen: „Sobald ich mit einer Flagge oder Fahne zu meinem Pferd komme, ist es bereits im Fluchtmodus.“
Und das ist sicher sein gutes Recht, wenn wir es nicht seines natürlichen Instinktes berauben wollen.
Was aber, wenn die Fahne gar nicht auf das Pferd zukommt, sondern immer weicht, sodass das Pferd sie verfolgen kann?
Eine ganz einfache Methode, um Pferden Angst vor Dingen zu nehmen ist, wenn die Dinge sich verfolgen lassen und nicht auf sie zukommen.
Dies ist nur eins von vielen Beispielen, das zeigt, wie ich mich solchen zuerst unüberbrückbar erscheinenden Schwierigkeiten stellen kann.
Ich durfte schon oft beobachten, wie schnell Pferde Spaß daran finden, Dinge auszuprobieren und stolz ihren Mut zu zeigen und bin immer wieder beindruckt.

Letztlich gibt es keine Patentlösung, wie man Probleme oder Ängste besiegt, wichtig ist, dass wir uns ihnen stellen, unsere Pferde damit konfrontieren und Freude daran haben, gemeinsam Lösungen zu finden und daran zu wachsen.
Ihr werdet sehen, je öfter ihr euch diesen Schreckgespenstern mit euren Pferden stellt und sie dann gemeinsam besiegt, desto mehr Spaß habt ihr im täglichen Zusammensein und desto inniger wird eure Beziehung auf Dauer werden.
Denn eins ist ganz sicher: Gemeinsam Spaß zu haben, steht an erster Stelle und Herausforderungen machen glücklich!

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